Digitalisierung – Versuch einer Definition

Wenn ich mit Unternehmern aus der Blechverarbeitung oder Zuschnittbetrieben über die Digitalisierung spreche, dann höre ich nicht selten, dass sie eigentlich gut digitalisiert sind.

Sie haben ein ERP-System, ein Schachtelsystem, teilweise BDE, MDE oder was auch immer. Die Maschinen sind überwiegend mit CNC-Steuerungen ausgestattet, gelegentlich sogar mit automatischer Be- und Entladung und bieten die Möglichkeiten Stillstände und Fehler auszuwerten.

Ich sag mal so: ja, das sind Ansätze und brauchbare Werkzeuge zur Digitalisierung. Mit dem Begriff „Digitalisierung“ ist aber wohl doch etwas anderes gemeint.

Also will ich mich mal an einer vielleicht etwas hölzernen, aber dafür ein wenig präziseren Definition versuchen:

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„Digitalisierung ist das sinnvoll wertschöpfende Zusammenspiel der im Unternehmen vorhandenen Ressourcen*, unterstützt durch die Transformation von analogen Strukturen in digitale Strukturen.

Dies umfasst die formellen, informellen und wertschöpfenden Strukturen des gesamten Organisationssystems.

Ziel der Digitalisierung ist es, die Bedürfnisse des Ziel-Marktes zu erfüllen und dabei Verschwendung zu vermeiden.“

* Menschen, Maschinen, Material, Betriebsmittel, Software u.ä.
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Mancher wird jetzt vielleicht einwenden, dass „Digitalisierung“ eigentlich nur ein Synonym für „Rationalisierung“ ist – „alter Wein in neuen Schläuchen“. Das ist aus meiner Sicht aber zu kurz gedacht. Es geht nämlich nicht nur um die Effizienzsteigerung im Unternehmen oder um die Gewinnmaximierung.

Digitalisierung gemäß der oben genannten Definition ist als „Wirkungsverstärker“ zu verstehen,

• um wirtschaftlich und nachhaltig die Kundenbedürfnisse zu erfüllen,

• um die Wertschöpfung zu erhöhen, und

• um Demotivation im Unternehmen konsequent zu vermeiden.

Mit anderen Worten, Digitalisierung ist ein Synonym für das Upgrade des organisatorischen und technologischen Betriebssystems eines Unternehmens auf einen Stand, um in einem komplexen globalisierten Markt auch zukünftig „mitspielen“ zu können.

Ich sagte ja bereits, dass dies nur ein Versuch einer Definition ist. Gerne können wir um die Begrifflichkeit ringen und sollten es auch tun. Hauptsache es kommt irgendwann mal eine Definition dabei heraus, auf die wir uns als Blechverarbeiter und Zuschnittbetriebe verständigen, mit der wir die Zukunft der Unternehmen mit gleichen Begriffen gestalten.

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